Eine Landingpage hat genau ein Ziel – und alles darauf dient diesem einen Ziel. Nicht mehr, nicht weniger.
Das klingt simpel. Ist es aber nicht. Die meisten Landingpages scheitern genau daran: Sie wollen zu viel auf einmal, lenken ab und verlieren den Besucher genau dann, wenn er fast überzeugt war.
Was ist eine Landingpage – und wofür brauchst du sie?
Eine Landingpage ist die Seite, auf die du jemanden gezielt schickst – über eine Anzeige, einen Social-Media-Post oder einen Link. Der entscheidende Unterschied zur normalen Website-Seite: keine Navigation, kein Menü, das ablenkt. Nur dein Ziel.
Typische Ziele sind: ein Kauf, eine Anmeldung, ein Download, eine Kontaktaufnahme oder die Gewinnung von Newsletter-Abonnenten.
Wichtig dabei: Je nach Zielgruppe brauchst du unter Umständen verschiedene Landingpages. Eine Seite für Azubis funktioniert anders als eine für die Pressestelle – auch wenn das Angebot dahinter dasselbe ist. Unterschiedliche Fragen verlangen unterschiedliche Ansprache.
Wiedererkennung als erster Vertrauensbeweis
Wenn jemand auf eine Anzeige klickt und auf deiner Landingpage landet, entscheidet er in weniger als drei Sekunden unbewusst: Bin ich hier richtig?
Diese Entscheidung hängt fast ausschließlich von Wiedererkennung ab. Das Bild aus der Anzeige taucht wieder auf. Die Farben stimmen überein. Der Ton ist derselbe. Wenn das nicht passt, ist der Besucher weg – auch wenn dein Angebot perfekt für ihn wäre.
Wiedererkennung ist kein Designthema – es ist ein Vertrauensthema.
Der Aufbau einer Landingpage
Eine überzeugende Landingpage folgt einer klaren Struktur:
Der Einstieg oben klärt sofort: Was ist das hier, und für wen? Innerhalb von Sekunden muss das klar sein – kein langer Text, kein Rätselraten.
Dann folgt die Darstellung des Angebots – nicht als Aufzählung von Merkmalen, sondern aus Sicht des Besuchers: Was habe ich davon? Texte kurz und prägnant, der Nutzen im Vordergrund, echte Vorteile statt Floskeln.
Danach kommen Vertrauenselemente: Referenzen, Kundenstimmen, Beispiele aus der Praxis. Vertrauen entsteht nicht durch Eigenlob, sondern durch den Blick anderer auf deine Arbeit.
Und am Ende – eindeutig und ohne Ablenkung – der Call-to-Action. Eine klare Handlungsaufforderung. Was soll der Besucher jetzt tun? Genau das steht da.
Mobile first – deine Landingpage auf dem Smartphone
Die meisten Menschen, die auf eine Anzeige klicken, tun das auf dem Handy. Trotzdem sind viele Landingpages immer noch primär für den Desktop gestaltet.
Das hat konkrete Folgen: Texte werden zur Wand aus Wörtern, Buttons sind mit dem Daumen kaum zu treffen, Querformat-Bilder wirken im Hochformat-Scroll falsch. Mobile first bedeutet, von Anfang an mit dem kleinsten Bildschirm zu denken – Ladezeit, Lesbarkeit und Klickflächen werden zuerst für das Smartphone geprüft.
KI-Texte und Authentizität
Viele nutzen inzwischen KI-Tools, um Landingpage-Texte schneller zu erstellen. Das ist grundsätzlich kein Problem – aber KI-generierte Texte klingen oft glatt, allgemein und austauschbar. Genau das ist das Problem: Eine Landingpage lebt von Persönlichkeit und echter Sprache.
Meine Empfehlung: Nutze KI für Struktur und Entwurf, aber schreibe die entscheidenden Stellen selbst. Den ersten Satz. Den Call-to-Action. Die Formulierung deines Nutzens. Das sind die Stellen, an denen deine Stimme zählt.
Messen, testen, verbessern
Nach der Veröffentlichung fängt die eigentliche Arbeit an. Welche Seite besuchen die meisten? Wo steigen Besucher aus? Wie hoch ist die Conversion-Rate? Diese Daten zeigen, was funktioniert – und was nicht.
Wenn du weißt, dass deine Landingpage grundsätzlich funktioniert, ist A/B-Testing der nächste Schritt: zwei Varianten gegeneinander testen – zum Beispiel zwei verschiedene Überschriften oder Button-Texte. Kleine Änderungen können überraschend große Unterschiede machen. Dabei gilt: immer nur eine Variable gleichzeitig testen, sonst weißt du am Ende nicht, was den Unterschied gemacht hat.
Datenschutz – kein Anhang, sondern Teil des Konzepts
Seit der DSGVO ist Datenschutz auf Landingpages Pflicht. Aber über die rechtliche Anforderung hinaus ist er auch ein Vertrauenssignal.
Wenn du ein Formular einbindest, erkläre direkt am Formular in einem kurzen Satz, was mit den Daten passiert – nicht als Link zum Impressum, den niemand liest, sondern als klare, menschliche Aussage. Cookie-Banner, Einwilligungen und die korrekte Einbindung von Tracking-Tools gehören von Anfang an mitgedacht, nicht nachträglich eingefügt.
Auf den Punkt
Eine Landingpage ist dann gut, wenn sie genau das tut, wofür sie gebaut wurde. Klar im Ziel, klar im Aufbau, klar in der Handlungsaufforderung – und immer aus der Perspektive des Besuchers gedacht.
→ Beispiel aus der Praxis: [Landingpage Adipositas Verband Deutschland e.V.]
→ Mehr zum Thema: [Vortrag: Gestaltung und Aufbau einer Landingpage, Januar 2023]
