„Meine Zielgruppe sind Selbstständige und kleine Unternehmen.“ Das höre ich oft. Es ist nicht falsch – aber es ist zu unscharf, um wirklich nützlich zu sein.
Eine Persona bringt Schärfe. Sie macht aus einer Gruppe eine Person – mit konkreten Fragen, Unsicherheiten, Wünschen und Entscheidungswegen.
Was ist eine Persona?
Eine Persona ist eine fiktive, aber realitätsnahe Person, die deine Zielgruppe repräsentiert. Sie hat einen Namen, einen Beruf, eine Lebenssituation – und vor allem: konkrete Gedanken und Fragen rund um das, was du anbietest.
Das klingt nach Marketingtheorie. Ist es aber nicht. Eine gut ausgearbeitete Persona verändert die Art, wie du schreibst, wie du dein Angebot formulierst und welche Themen du in deinen Beiträgen behandelst.
Warum eine Persona so hilfreich ist
Stell dir vor, du schreibst einen Text für „Selbstständige und kleine Unternehmen“. Der Text wird zwangsläufig allgemein bleiben, weil du zu viele Menschen gleichzeitig ansprechen willst.
Jetzt stell dir vor, du schreibst für Maria, 43 Jahre, Grafikerin aus München, selbstständig seit drei Jahren, frustriert weil ihre Website keine Anfragen bringt, unsicher ob sie wirklich gut genug ist, und überzeugt dass das Problem ihr Design ist – obwohl es eigentlich die fehlende Klarheit ist.
Plötzlich weißt du genau, was du schreiben musst. Du weißt, welche Fragen du beantwortest, welche Unsicherheiten du aufgreifst und welchen Ton du verwendest.
Wie du eine Persona entwickelst
Du brauchst dafür keine aufwendige Marktforschung. Fang mit dem an, was du bereits weißt – aus Gesprächen mit Kunden, aus Anfragen, aus Feedback. Folgende Fragen helfen dir dabei:
Wer sind deine besten Kunden – was haben sie gemeinsam? Welche Fragen stellen sie dir immer wieder? Welche Unsicherheiten bringen sie mit? Was haben sie schon versucht, bevor sie zu dir kamen? Und was war der ausschlaggebende Moment, an dem sie sich für dich entschieden haben?
Aus den Antworten entsteht ein Bild – und aus dem Bild eine Persona.
Wie viele Personas brauchst du?
In den meisten Fällen reichen eine bis drei. Mehr wird schnell unübersichtlich und verliert den praktischen Nutzen. Wichtig ist nicht die Anzahl, sondern die Tiefe: Lieber eine Persona, die du wirklich kennst, als fünf, die du dir ausgedacht hast.
Persona und Website – ein direkter Zusammenhang
Wenn du weißt, wer deine Persona ist, weißt du auch: Welche Seiten deine Website braucht. Welche Fragen du auf der Startseite beantwortest. Welche Themen du in deinen Beiträgen aufgreifst. Und welche Sprache du dabei verwendest.
Eine Persona ist damit nicht nur ein Marketinginstrument – sie ist ein Planungswerkzeug für deinen gesamten Auftritt.
Fazit: Warum ich Personas nutze
Personas sind für mich kein Marketinginstrument, das einmal ausgefüllt und dann abgeheftet wird. Ich nutze sie als Denkwerkzeug – immer dann, wenn ich einen anderen Blickwinkel auf ein Thema brauche.
Eine Persona zeigt mir neue Anknüpfungspunkte, die ich aus meiner eigenen Perspektive nicht gesehen hätte. Sie hilft mir zu verstehen, was eine Zielgruppe wirklich antreibt – nicht was ich vermute, sondern was tatsächlich dahintersteckt.
Das nützt mir im Gespräch mit Kundinnen und Kunden, weil ich gezielter fragen kann. Es hilft mir bei der Herangehensweise an ein Projekt, weil ich früher verstehe, wo der eigentliche Knoten liegt.
Besonders praktisch ist es beim Erstellen von Posts und Beiträgen: Wenn ich eine konkrete Person vor mir habe – mit einem Namen, einer Situation, einer ganz bestimmten Frage – schreibe ich anders. Klarer, direkter, weniger allgemein. Ich weiß, wen ich anspreche, und das merkt man dem Text an.
Kurz gesagt: Eine Persona macht mich aufmerksamer. Für die richtigen Fragen, die richtigen Themen – und die Menschen, die wirklich zu mir passen.
→ Wie die Suchintention damit zusammenhängt, zeige ich dir hier: [Suchintention verstehen]
→ Mehr zur Positionierung: [Was ein gutes Logo ausmacht]



